Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium Cham Gymnasium mit 125 m² schaltbarem Sonnenschutz ausgestattet / Besseres Lernen durch variable Licht- und Energietransmission Kein blendendes Licht, kein Aufheizen der Räume – 1.300 Schüler können überall unabhängig von Wetter und Sonne ungestört lernen. Dafür sorgt am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium in Cham das neu entwickelte Sonnenschutzglas EControl. Es besteht im Kern aus einer Sandwich-Scheibe, mit einer leitfähigen Polymerfolie und nanostrukturierten Beschichtungen. Licht- und Energiedurchlässigkeit lassen sich so durch eine blaue Einfärbung des Glases elektronisch steuern. Das Gymnasium in Cham ist das erste Objekt, an dem das produktionsreife variable Sonnenschutzglas zum Einsatz kommt. Seit der Gründung im Jahre 1923 wurde das Chamer Gymnasium mehrmals erweitert und umgebaut. Im Rahmen der Generalsanierung im Sommer 2007 wurde die Fensterverglasung in den oberen zwei Stockwerken auf der Südseite durch die schaltbare Sonnenschutzverglasung EControl ersetzt. Dort befinden sich unter anderem die Kunst- und IT-Räume. Gerade für diesen Unterricht sind konstante Lichtverhältnisse bzw. weiches Licht für klare Bildschirmkontraste bei der PC-Nutzung unerlässlich. Bislang erschwerte immer wieder die hohe Sonneneinstrahlung mit grellem Licht das Arbeiten und Lernen. Konstante Lichtverhältnisse auf Knopfdruck Mit den neuen Gläsern lassen sich jetzt Licht- und Energiedurchlass ganz nach Bedarf und Wetterlage regulieren: Ein elektronischer Impuls löst auf der nanostrukturierten Beschichtung der Sandwich-Scheibe einen Ionenaustausch aus (elektrochromer Effekt) und das Glas lässt sich in fünf Stufen blau färben. Dafür reicht eine Spannung von wenigen Volt. Diese Reaktion lässt sich auch in die andere Richtung auslösen – und das Fenster ist wieder klar und durchsichtig. Die Lichttransmission des variablen Sonnenschutzglases liegt zwischen 50 und 15 Prozent. Bei der Regulierung bleiben störende Nebengeräusche aus, denn der Schaltprozess verläuft geräuschlos und fließend über einen Zeitraum von ca. 15 Minuten. So können sich die Schüler jederzeit auf das Lernen konzentrieren. Steuerung nach Maß Über ein Steuergerät lassen sich auf Knopfdruck sowohl einzelne Scheiben als auch ganze Fassadenteile mit bis zu 32 Scheiben regulieren. Wird die Elektronik in das Bussystem der Gebäudeleittechnik integriert, ist sogar eine stufenlose Schaltung möglich. EControl-Glas passt in handelsübliche Rahmen mit Pfosten-Riegel-Konstruktion und ist in Größen von 40 x 40 cm bis 120 x 200 cm erhältlich. Die Fenster im 3. und 4. Obergeschoss des Gymnasiums besitzen bis zu sieben Glaseinheiten mit insgesamt 210 Einzelscheiben unterschiedlicher Größe. „Vor der Produktion der Scheiben erstellten wir ein detailliertes Aufmaß aller Fenster – die charakteristische Außenansicht des mehr als 80 Jahre alten Bauwerks sollte erhalten bleiben“, berichtet Dr. Hartmut Wittkopf, Geschäftsführer der EControl Glas GmbH & Co. KG. „Bis zu vier Fenstereinheiten mit je 7 Scheiben werden jetzt über eine zentrale Steuereinheit geschaltet.“ Kosten sparen durch intelligenten Sonnenschutz Durch die mit EControl verglasten Fenster sinken die Kosten für
die Klimatisierung und der Einsatz einer Verschattungsanlage erübrigt
sich. Zudem fällt der Aufwand für die Wartung geringer aus als
bei außenliegenden Sonnenschutzsystemen. Ein weiteres Plus: Im Winter
lässt sich das Sonnenlicht zur Erwärmung der Räume nutzen.
Je nach Färbung des Glases liegt der solare Energiegewinn (g-Wert)
zwischen 36 Prozent und 12 Prozent. Aber auch nach außen geht kaum
Wärme verloren: Der Aufbau des Sonnenschutzglases entspricht dem
herkömmlicher Isoliergläser. Mit einem Ug-Wert von 1,1 W/m²K
dämmt es genauso effektiv wie Standard-Wärmeschutzgläser.
In Kombination mit einer hochwertigen Wärmeschutzbeschichtung oder
Dreifach-Isolierglas sind sogar Werte von 0,5 W/m²K möglich. Die Entwicklung des variablen Sonnenschutzglases EControl stellt eine
Produktinnovation dar, die durch das Bundesministerium für Wirtschaft
und Technologie im Rahmen des Programms „Energieoptimiertes Bauen“
unterstützt wurde. Unter dem Leitbild „Gebäude der Zukunft“
werden neue Konzepte, Technologien und Materialien gefördert, die
zu minimalem Primärenergiebedarf, hohem Nutzerkomfort sowie moderaten
Investitions- und deutlich reduzierten Betriebskosten von Gebäuden
führen.
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten an: |
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